Um den »großen ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit« sinnvoll zu begegnen, müssen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft intensiver zusammenarbeiten. Einen Nationalen Aktionsplan Corporate Social Responsibility (CSR), ein Instrument zur Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, sollte die Bundesregierung erstellen. Diese zentralen Empfehlungen spricht das Nationale CSR-Forum aus. Am 1. Juli übergab das Forum seinen Empfehlungsbericht an Bundesministerin Ursula von der Leyen. Der Bericht unterbreitet konkrete Vorschläge, z. B. für die Stärkung der Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR oder den Einbezug von CSR in Bildung und Forschung. Seit Januar 2009 berät das Forum, bestehend aus 44 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft, die Bundesregierung bei der Entwicklung einer nationalen CSR-Strategie.
Das Ökosoziale Forum Deutschland begrüßt die Initiative der Bundesregierung, bemängelt aber, dass die vorliegenden Empfehlungen zu kurz greifen. Vor allem den Verzicht auf die Forderung zur Schaffung ordnungspolitischer Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der nationalen CSR-Strategie halten wir für grundlegend falsch.
Auch der im Bericht empfohlene Stakeholderdialog ist eine unverbindliche Gesprächs- und Informationsrunde mit einzelnen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – ohne gesellschaftspolitischen Auftrag. Dabei erwarten die BürgerInnen weniger von einzelnen Unternehmen als von ganzen Branchen, dass diese verantwortlich handeln. Dazu haben wir das Projekt „Ökoethik“ (www.ökoethik.de) gestartet. Projektziel ist, die Selbstregulierungskräfte der Kammern und Verbände zu aktivieren und im Dialog mit der Zivilgesellschaft, langfristig branchenspezifische Wertekodizee zu entwickeln und als selbstverpflichtende ethische Standards bei ihren Mitgliedern durchzusetzen.
In einem Brief an die Ministerin des zuständigen Ministerium, Frau Dr. Ursula von der Leyen, begründen wir unsere Einschätzung und bieten unsere Zusammenarbeit bei der Durchführung von Stakeholderdialogen auf Branchenebene an.
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Quelle: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Newsletter Nr. 15 vom 29.7.2010