Krisenzeiten sind willkommene Zeiten für Demagogen und Vereinfacher. Und deshalb ist es auch überhaupt kein Wunder, dass populistische Forderungen wie „Kein Cent für Griechenland“, „Die Südländer müssen raus aus der Währungsunion“ oder „Abschaffung des Euro“ Konjunktur haben . Sachlich ernst zu nehmen ist das natürlich nicht. Ein Kommentar von Frank und MonikaFreimuth.
Dr. Frank Freimuth und Monika Freimuth
Ökonomische Vernunft und vorausschauende Transformationspolitik für eine Nachhaltige Entwicklung
Das „Notfallprogramm“ für Griechenland ist schlicht und ergreifend eins, nämlich ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Nichtsdestotrotz ist die sogenannte „Griechenlandkrise“ eine wichtige Bewährungsprobe für die Politik. Voraussetzung für ihre angemessene Bewältigung ist es, dass nicht das Schielen auf anstehende Wahltermine politisch handlungsleitend wird. Gefragt ist der Grundkonsens der Demokraten.
Immer drängender stellt sich nämlich die Frage, ob die Politik die Kraft findet, langfristig die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung hat zweifellos Bundespräsident Horst Köhler hier in jüngerer Zeit wichtige Maßstäbe gesetzt.
Die „Griechenlandkrise“ führt klar vor Augen: Das bloß reflexartige Reagieren reicht nicht aus. Im Kern geht es um die aktive Gestaltung einer vorausschauenden Transformationspolitik, mit der wir uns auf weitreichende Umstellungen in Wirtschaft und Lebensstil einstellen – und die auf Wohlstand für Alle zielt. Und es geht um die Verwirklichung eines wirtschaftlichen Leitbilds, das nicht an Kurzfristdenken und Spekulation orientiert ist, sondern an realwirtschaftlichen Investitionen, stabilem Geldwert und einem Eigentum, das sich an Verantwortung bindet.
(erschienen im „Glocalist“ Magazin vom 3. Mai 2010)